Weihnachtswunschzettelaktion (jährlich von Oktober bis Dezember)

Im Jahr 2001 wurde die Idee, jedem Kind und Jugendlichen im Kinderheim St. Annastift in Ludwigshafen einen individuellen Weihnachtswunsch zu erfüllen, geboren.

Bis in das Jahr 2010 lief die Aktion durch das Engagement von Privatpersonen. Die Aktion wurde durch den Gewerbeverein Mundenheim all die Jahre unterstützt. Es wurden jedes Jahr alle Wünsche der Kinder und Jugendlichen des Kinderheimes St. Annastift erfüllt. Seit September 2011 gibt es nun den Förder- und Freundeskreis des Kinderheimes St. Annastift e. V. Die Gründung des Vereines war aufgrund der vielen verschiedenen Spenden, Hilfen und aus organisatorischen Gründen notwendig.

2012

Wir haben es geschafft und können alle Wünsche der Kinder und Jugendlichen im Kinderheim erfüllen. Weihnachtsgeschenke im Wert von 7.837,82 Euro wurden angeschafft und liegen in diesem Jahr unter dem Weihnachtsbaum.

2013

Geschafft. Auch in diesem Jahr konnten wir wieder alle Wünsche der Kinder und Jugendlichen erfüllen. Die Weihnachtsgeschenke, die dieses Jahr unter dem Tannenbaum liegen haben einen Wert von 5.591,20 Euro.
Weiterhin konnten wir für das Kinderheim einen 9-Sitzer-Bus und einen Anhänger im Gesamtwert von 35.569,09 Euro übergeben.

2014

Wieder konnten wir Geschenke im Wert von 8.926,90 Euro an das Kinderheim übergeben. Mittlerweile haben wir seit 2001 Spenden im Wert von ca. 176.268,40 Euro an das Kinderheim übergeben können.

2015

Ein weiteres Jahr mit der Wunschzettelaktion ist geschafft. Geschenke im Wert von ca. 8.926,90 Euro wurden an das Kinderheim übergeben.

Unser Dank gilt allen Spendern und Helfern bei ALLEN unserer Aktionen.

Hier sehen Sie noch eine Auswahl von Bildern bei einer Geschenkeübergabe.

Der „Tag mit uns“ am 29. April 2017

Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen hatten wir einen schönen Tag in der Einrichtung. Verschiedene Angebote an Spiel- und Bastelmöglichkeiten, sowie ein gemütliches Beisammensein mit den Kindern und Jugendlichen, sowie dem Erzieher- und Leitungsteam konnten wir genießen.

Der Mitmachzirkus HallyGally besucht das Kinderheim am 16. Juni 2017

Durch eine großzügige Spende vom LeoClub Vorderpfalz können wir den Besuch des Mitmachzirkus „HallyGally“ finanzieren. Auch das gemeinsame Grillen mit einem gemütlichen Beisammensein ist hierdurch gewährleistet.

Dafür ein recht  ❤️- liches Dankeschön.

Geschenkeübergabe 2017 von der Wunschzettelaktion

Auch in diesem Jahr durften wir Geschenke im Wert von ca. 9.250,00 Euro am 15. Dezember2017 an die Heimleitung des Kinderheimes St. Annastift übergeben. Wir konnten wieder alle Wünsche der Kinder und Judendlichen erfüllen. Ohne Ihre Mithilfe wäre dies nicht möglich gewesen, daher danken wir Ihnen allen recht herzlich.

Erlebnistag in Otterstadt bei NaturSpur

(09.07.2016)

Wir konnten einen wunderschönen Tag auf dem Gelände von NaturSpur in Otterstadt verbringen. Die Kinder und Jugendlichen haben das Gelände erkundet und waren nach anfänglicher Skepsis total begeistert.

Der Transfer erfolgte problemlos mit zwei Bussen der Firma Kamp Reisen.

Das Sommerfest im Kinderheim

(21.05.2016)

Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen hatten wir einen schönen Tag im Kinderheim verbracht. Viele Gäste wurden eingeladen und konnten das Kinderheim, die Kinder und Jugendlichen, die Erzieherinnen und Erzieher, sowie das Leitungsteam kennenlernen.

Es gab leckere, selbstgebackene Kuchen, dazu ein Kaffee oder wer es deftig wollte bekam auch ein Steak mit Brötchen und Salat oder eine Wurst mit Brötchen.

Einige Aktionen wurden vom Förder- und Freundeskreis des Kinderheimes St. Annastift e. V., sowie auch vom Kinderheim angeboten. Die Besucher konnten sich auch ein Bild über die von uns geförderte Reittherapie machen.

Lerntherapie was bisher geschah …

20.12.201410.03.2016
Sensomotorik(1) Horchen und Schauen

 
– Laut psychologischem Gutachten hat Sie Probleme im Bereich des visuellen Kurzzeitgedächtnisses.
 
– Oft gelingt es ihr nicht b/d und 6/9  optisch zu unterscheiden.
 – Das Nachsprechen von „Sinnlos-Silben“ bereitet ihr große Schwierigkeiten.
(1) Horchen und Schauen


 
– Beim Fehler-Suchbild findet sie alle Fehler.
 
-Sie kann b und d und 6 und 9 visuell differenzieren.
 
– Beim Hörmemory findet sie die zusammengehörigen Paare.
 – Es gelingt ihr dreisilbige „Sinnlos-Silben“ nachsprechen.
(2) Form- Raum- Zeitgefühl


 
– Das Spiegeln auf dem Blatt bereitet ihr stellenweise Schwierigkeiten.
 -Situationsbeschreibungen sind zum Teil nicht in zeitlich korrekter Reihenfolge wiedergegeben.
(2) Form- Raum- Zeitgefühl


 
– Beim Roboterspiel kann sie die Richtungsanweisungen gut ausführen und geben.
 
– Das Spiegeln mit Seilen, der Übertrag an die Tafel und anschließend auf das Blatt gelingt ihr gut.
 
– Beim Zuordnen von Kärtchen zeigt sie ein gutes Raum- Lage- Gefühl.
 – Sie kann Bildkärtchen gut nach ihrer zeitlichen Abfolge anordnen.
Sprache(3) Prosodie: Betonung – Melodie – Rhythmus
 
– Das Unterscheiden von langen und kurzen Vokalen fällt ihr schwer.
 – Sie kann Silben nicht sprechen und  dazu rhythmisch zu trommeln.
(3) Prosodie: Betonung – Melodie – Rhythmus  
 
– Sie hat eine deutliche Aussprache und betont angemessen.
 – Das Silbieren von Wörtern gelingt ihr gut.
(4) Wortschatz
 
–  Sie ist unsicher im beschreiben von erlebten Situationen.
 – Häufig fehlen ihr Wörter und sie versucht sie zu umschreiben.
(4) Wortschatz
 – Sie kann einem Gespräch gut folgen und alle Inhalte erfassen.
(5) Lautdifferenzierung
 
– Sie hat Probleme bei der Differenzierung mancher Laute im Anlaut, Inlaut und Auslaut:
 
n für m
 
l für m
 
p für b
 
t für d
 
g für k
 
k für t
 
e für a
 
e für i
 – Konsonantenhäufungen kann sie nicht differenzieren.
(5) Lautdifferenzierung

 
– Sie kann lange und kurze Vokale am Wortanfang, in der Wortmitte und am Wortende differenzieren.  
 – Es gelingt ihr gut, n, m, und l akustisch zu unterscheiden.
(6) Satzbildung
 
– Sie verwendet kurze Sätze mit einfachem Satzgefüge.
 – Die Zeitenbildung ist noch unsicher.
(6) Satzbildung
 – Beim Anordnen von Bildfolgen kann sie ihr Vorgehen gut beschreiben.
Schriftsprache(7) Bedeutung von Schriftsprache

 
– Sie erledigt schriftsprachliche Aufgaben zu Hause und in der Schule nur ungern.
 
– Von den Deutschhausaufgaben ist sie befreit.
 – Sie möchte sehr gerne lesen und schreiben lernen. Glaubt aber, dass das mit dem Schreiben sowieso nicht klappt.
(7) Bedeutung von Schriftsprache

 
– Von Hausaufgaben ist sie nicht mehr befreit.
 
– Sie macht täglich aus eigenem Antrieb zusätzliche Hausaufgaben aus der Lerntherapie.
 
– Sie leiht sich Bücher, deren Inhalt sie wiedergeben kann.
 – Nach wie vor ist sie sehr motiviert und möchte besser lesen und schreiben können.
(8) Sprachliche Analysefähigkeit
 
– Sie kann die Position von Lauten in Worten nicht erkennen.
 – Konsonantenhäufungen bereiten ihr sehr große Schwierigkeiten.
(8) Sprachliche Analysefähigkeit

 – Es gelingt ihr gut, bei Vokal-Konsonant-Verbindungen die Position in Wörtern herauszuhören und zu benennen.
(9) Laut-Buchstaben-Zuordnung
 
– Sie kann den Buchstaben j, q, x und y, den Umlauten ö, ü und ä und den, Konsonantengruppen ch, qu, ei, eu, au keine Laute zuordnen.
 
– Sie kann die Buchstaben  j, k, p, t, v,w nicht spontan verschriftlichen.
 – Das Erlesen von b, B, d, p, und q gelingt ihr nicht.
(9) Laut-Buchstaben-Zuordnung
 
– Sie kann Umlauten ö, ä und ü ihre Laute zuordnen.
 
– Sie kann den Konsonantenverbindungen ei, eu, au ihre Laute zuordnen.
 
– Es kann j, k, p, t, v, w spontan verschriftlichen.
 
– Das Erlesen von B und D und p gelingt ihr gut.
 – Das Erlesen von b und d klappt schon oft.
(10) Lesestrategie
 
(10.1) Synthesefähigkeit
 
– Beim psycholingualen Entwicklungstest fällt es ihr bei Wörtern mit mehr als zwei Silben schwer, die einzeln gehörten Laute zusammen zu ziehen.
 – Es gelingt ihr nur unter großer Anstrengung und mit enormem Zeitaufwand Wörter wie Mama oder Papa zu erlesen.
(10) Lesestrategie

 
(10.1) Synthesefähigkeit
 
– Es gelingt ihr gut, Wörter ohne Konsonantenhäufungen, die in Konsonant-Vokal-Silben aufgebaut sind zu erlesen.
 – Sie kann einfache Texte unter Anstrengung lesen.

(10) Lesestrategie
 
(10.2) Sinnentnahme; Sinnerwartung
 – Laut psychologischem Gutachten konnte der „Zürcher Lesetest“ nicht zu Ende geführt werden, da Sie damit überfordert war. Im Bereich der Lesegenauigkeit und der Automatisierung erbrachte sie unterdurchschnittliche Leistungen (PR < 1)
(10) Lesestrategie
 
(10.2) Sinnentnahme; Sinnerwartung
 
– Einfache Texte kann sie sicher und sinnentnehmend lesen.
 – Bei schwierigen Wörtern fragt sie nach, wenn sie den Sinn nicht erfasst.
(11) Rechtschreibkompetenz
 
(11.1) Morphemdenken und Regeln
 
– Laut psychologischem Gutachten erreichte Sie bei der „Hamburger Schreibprobe“ einen PR von < 0,3.
 
– Vor- und Nachsilben kennt sie nicht:
 
g-  für ge-
 
et- oder nt für ent-
 
fe- für ver-
 
u- für um-
 
-ie oder –i für –ig
 
-ut für en,  oder – un für –ung
 
– e statt er
 
– Sie lässt das stimmlose „e“ oder „t“ am Wortende weg.
 
– Bei Wörtern mit Dehnungs-h oft ein zusätzliches e  am Ende.
 – Auslassen vom B am Wortanfang.

(11) Rechtschreibkompetenz
 
(11.1)  Morphemdenken und Regeln
 
– Bei der Hamburger Schreibprobe, durchgeführt am 01.03.2016 erreicht sie einen Prozentrang von 5.
 
– Sie kennt die Nachsilben en, er und el.
 
– Sie kennt die Vorsilben an, ab, auf und zu.
 
– Sie kann das B am Wortanfang differenzieren.
 
– Sie verschriftlicht das stimmlose e am Wortende.
(11) Rechtschreibkompetenz
 
(11.2) Wortspeicherung
 
– Kurze Wörter sind noch nicht gespeichert. (Bsp: Sie liest „ist“ statt „die“.)

(11) Rechtschreibkompetenz
 
(11.2) Wortspeicherung
 
– Kurze Wörter wie und, der, die, das, ist sind gespeichert.

Weitere Anmerkungen

Einschätzungen Psyche(12) Behalten
 
– Laut psychologischem Gutachten hat Sie Probleme in Situationen, die ihr visuelles Kurzzeitgedächtnis beanspruchen.
 – Das Nachlegen von drei Bildkärtchen, die ihr visuell dargeboten werden bereitet ihr Schwierigkeiten.
(12) Behalten
 
– An getroffene Absprachen kann sie sich stets gut erinnern.
 
– Beim Memory gelingt es ihr, sich die Position der Kärtchen zu merken.
 
– Kleine, vorgegebene Gebilde kann sie nachbauen.
(13) Frustrationstoleranz
 
– Laut Erzieherin hat Sie Angst zu versagen. Wenn sie mit etwas überfordert ist reagiert sie mit Ablehnung.
 
– Dies berichtet auch die Lehrerin.
 – Laut psychologischem Gutachten gibt sie schnell auf.
(13) Frustrationstoleranz
 
– In der Lerntherapie wagt Sie sich immer wieder an schwierige Aufgaben. Auch wenn Manches nicht klappt versucht sie es stets aufs Neue.
 – Da sie in der Schule bei schriftlichen Aufgabenstellungen manchmal Probleme mit der Ausführung hat, war ihre eigene Idee, sie könne sie sich von Mitschülern vorlesen lassen, weil einfach nur Abschreiben wolle sie nicht. (Ihr Lehrer willigte nach Rücksprache ein, ihr diese Unterstützung zukommen zu lassen.)

(14) Motivation und Ausdauer
 
– Laut psychologischem Gutachten zeigt Sie nur eine geringe Anstrengungsbereitschaft.
 – Laut Lehrerin hört sie auf wenn ihr etwas schwer fällt und beschäftigt sich mit etwas anderem.
(14) Motivation und Ausdauer
 
– In der Lerntherapie ist sie sehr ausdauernd und bemüht alle, ihr gestellten Aufgaben, gut zu bewältigen.
 – Auch zu Hause liest sie täglich und macht die zusätzlichen Hausaufgaben immer sorgfältig.
(15) Vertrauen und Selbstvertrauen
 
– Es ist ihr sehr unangenehm, wenn sie einzelne Buchstaben schreiben oder erlesen soll.
 – Sie kann sich nur schwer vorstellen, dass sie jemals lesen oder schreiben lernt.
(15) Vertrauen und Selbstvertrauen.
 
– Laut Aussage des Lehrers traut sie sich mittlerweile sogar zu, laut vor der Klasse zu lesen.
 – Ihr Selbstvertrauen hat zugenommen. Vor allem im Bereich Lesen und auch schon etwas im Schreiben. Dies wirkt sich auch auf die Leistungen in anderen Fächern aus.

Geschenkeübergabe 2016 von der Wunschzettelaktion

In diesem Jahr durften wir Geschenke im Wert von ca. 5.373,09 Euro am 17. Dezember2016 an die Heimleitung des Kinderheimes St. Annastift übergeben. Alle Wünsche der Kinder und Judendlichen konnten wir wieder nur durch Ihre Mithilfe erfüllen. Hierfür danken wir Ihnen allen recht herzlich.

Der „Tag mit uns“ am 9. Mai 2015

Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen haben wir einen schönen Tag in der Einrichtung verbringen und einige verschiedene Spiel- und Bastelmöglichkeiten anbieten können.

Die Reittherapie 2015

Die Reittherapie wird von den Kindern nach wie vor mit großer Begeisterung angenommen und wertgeschätzt.

Die Kindern lernten durch immer gleichbleibende Rituale den Ablauf kennen und können Teilschritte schon selbständig erledigen: das Pferd von der Koppel führen und an den Putzplatz bringen. Dort angekommen wird unser Sipke mit Striegel und Bürste geputzt und für das Reiten vorbereitet. Die Abfolge des Putzens und der richtige Gebrauch der Putzutensilien klappt bei den Meisten schon ohne Anleitung. Immer wieder ist hier aber Vorsicht geboten: bei zu forscher Herangehensweise ist das Pferd manchen schon auf den Fuß getreten. Dies hat schon vielen Kindern den gesunden Respekt gegenüber einem so großen und majestätischen Wesen eingebracht.

Hingegen trauten sich Kinder mit großen Unsicherheiten/Ängsten beim Putzen erste Kontakte mit Sipke zu knüpfen. Zuerst beobachteten sie den Umgang der anderen Kinder mit Sipke, dann fassten sie Mut und begannen unter meiner Begleitung den Bauch zu streicheln und letztlich zu bürsten. Der Kopf des Pferdes ist dann aber immer noch eine große Herausforderung, da dieser mehr Beweglichkeit aufweist, was für Angstkinder in den ersten Stunden noch zur Überforderung führen würde.  

Bevor es auf den Rücken des Pferdes geht, gibt es bei einer Gruppe zuerst Dehnungsübungen am Boden. Hierbei sollen sie ihre Beine gut dehnen, was ihnen das anschließende Aufsteigen erleichtert. Das Aufsteigen stellte zuvor immer ein großes Problem dar, doch mit diesen Übungen haben wir große Erfolge erzielen können.

Durch verschiedene Voltigierübungen haben unsere Kinder ein besseres Körpergefühl und Beweglichkeit erlangt, sowie Rhythmus und Gleichgewicht wurden geschult.

Durch verschiedene Spiele, wie Ballspiel, Memory, Bowling, Sing- und Bewegungsspiele, Würfelspiel, Stationsspiel, Wasserspiele etc. wurden Koordination, Balance, Geschicklichkeit, Merkfähigkeit, Selbstwahrnehmung und der Zusammenhalt unter den Kindern gefördert. 

Während der Sommerkoppelsaison heißt es immer „Natur pur“. Inmitten von Weinbergen und Feldern befindet sich ganz versteckt die Sommerkoppel, auf der unsere Pferde 6-8 Wochen „Urlaub“ machen können. Sipke wird auf der Wiese geputzt und danach reiten wir durch das herrliche Gelände. Besonders gerne tauchen die Kinder hier in Fantasiegeschichten und Spielchen. Hier entstehen viele Fotos für die Reittherapieordner von den Kindern.

Manche Dinge kannte Sipke noch nicht und so durften die Kinder ihm beibringen, dass man vor Seifenblasen, Musikinstrumente und auch Inliner keine Angst zu haben braucht. Durch die Desensibilisierung lernte Sipke sehr schnell und die Kinder wuchsen in ihrem Selbstbewusstsein, dass sie diesem großen Pferd etwas beibringen konnten. Ebenso erfuhren sie die Körpersprache unsichere Pferde- hocherhobener Kopf mit angespannten Halsmuskeln, aufgerichtete Ohren, stehen bleiben, rückwärts, seitwärts ausweichen und dazu schnaubende große Nüstern. Und gleich darauf der Gegensatz–  entspannter Hals, neigender Kopf, zufriedenes Abkauen, Ohren entspannt seitlich, kompletter Körper ist entspannt.

Immer wieder stand aber auch das Getragen werden, Vertrauen schaffen, sich wohl und geborgen zu fühlen im Vordergrund. Das Angenommensein und sich gut zu fühlen begleitete stets meine Arbeit. 

Ein paar konkrete Beispiele:

Ein 15 Jähriges Mädchen, welches unter Zwängen leidet (ständiges Händeaschen etc.) packt beim Stalldienst mit an, putzt und versorgt das Pferd, reitet, spielt und wäscht sich lediglich nur 1x bevor wir nach Hause fahren die Hände. Ihren Zwang hat sie in Gegenwart der Pferde vollkommen vergessen.

Auch eckt dieses Mädchen durch ihre langsame Art sehr oft im Alltag an. Beim Pferd ist sie wie ausgewechselt- arbeitet fleißig, beweist Durchsetzungsvermögen und setzt alles sofort in die Tat um.

Auch ihrer Skoliose hat die RT geholfen. So hat sie die Übungen von der Krankengymnastik auf unserem Sipke gemacht und stets auf eine gute Körperhaltung geachtet.

Dieses Mädchen schätzt die RT besonders wert, da es von ihr schon immer ein Kindheitstraum war etwas mit Pferden zu tun zu haben, sie aber nie glaubte, dass sie jemals die Chance dazu bekommt. Das Gleiche gilt auch für ihre zwei Geschwister, welche mit ihr in der RT- Gruppe sind. 

Zwischen den Geschwistern herrscht zwar auch in der RT viel Konkurrenz und jeder möchte von mir hören, ob er der Beste ist- aber gleichzeitig sind sie sehr dankbar, dass sie dies als Geschwister zusammen erleben dürfen und auch ihre Schwestern in einem anderen Licht sehn können.

Ein 7-jähriges Mädchen, welche sehr durch Ängste gegenüber Tieren geprägt wurde, konnte Schritt für Schritt ihre Ängste abbauen und Vertrauen in unseren Sipke fassen. Auf Grund der Größe- sie sehr klein, Pferd sehr groß- konnte dies besonders gut vom Rücken des Pferdes erarbeitet werden.

Unser geistig behindertes 18 jähriges Mädchen, welche schon seit 2 ½ Jahren mit von der Partie ist, erfährt bei meinem Sipke immer wieder Ruhe und Angenommensein. Für sie ist das Fühlen, Streicheln und Massieren viel wichtiger, als das Reiten. Wenn Sipke mit ihr „kuschelt“ ist sie vollkommen glücklich und erzählt dann immer wieder, dass er  sie mag.

Wenn ich sie nach Hause bringe muss ich dies immer auch den anwesenden Erziehern mitteilen.

Wie ich selber und auch aus Rückmeldungen von anderen Erziehern erfahren konnte, freuen sich die Kinder immer sehr auf die Reittherapie. Auch im Nachhinein sind sie noch eine ganze Weile entspannt und ausgeglichen.

Seit diesem August begleitet ein Tinkerpony namens Jonny die Reittherapie. Da er schwarz-weiß gescheckt, etwas kleiner ist und absolute Ruhe und Freundlichkeit ausstrahlt haben die Kinder sogleich einen engen Bezug zu ihm aufbauen können. Er wurde beschmust, geführt und auch durften schon ein paar Kinder ohne Sattel auf ihm reiten. Dies führte zu vielen strahlenden Kinderaugen.

Da er erst 6 Jahre alt ist und noch nicht viel vom Reiterleben mitbekommen hat, muss unser kleiner Jonny noch viel lernen.

Die Kinder freuen sich schon darauf ihm ihre Welt zu zeigen.